Oktoberfest 2011: Im Interview mit Ronnie Wünsche, Market Director of Revenue Strategy, Marriott International München

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Oktoberfest 2011: Im Interview mit Ronnie Wünsche, Market Director of Revenue Strategy, Marriott International München

November 1, 2011, In Aktuelles, Pressemeldungen

Im Interview mit Ronnie Wünsche zum Münchner Hotelmarkt und zum Oktoberfest 2011

Fairmas: Das diesjährige Oktoberfest verfehlte mit 6,9 Mio. Besuchern nur  knapp die 7 Mio. Grenze. 2010 füllten das 200. Jubiläum des Oktoberfestes  sowie große Messen von internationaler Bedeutung vor, während und nach der Wies´n die Betten der Münchner Hoteliers. Einige dieser Highlights blieben im  Jahr 2011 aus. Worin sehen Sie den Grund für die sinkende Auslastung und wie  erklären Sie sich den Zuwachs der ADR von bis zu 20,71 € € im 5 Sterne Bereich?

R. Wünsche: Im Vorfeld des Oktoberfestes 2010 herrschte immer noch eine gewisse  Unsicherheit bezüglich der zu erwartenden Nachfrage, so dass in vielen Hotels  diskontierte Raten, wie zum Beispiel auch „Advance Purchase“ Raten angeboten wurden,  die zwar eine starke Auslastung gewährleisteten, jedoch in der heißen Phase der  Nachfrage nicht mehr viel Spielraum zu Ratensteigerungen zuließen. Aufgrund der  starken Ergebnisse in 2010 sowie des recht hohen Vorausbuchungsvolumens, wurden  solche reduzierten Raten in 2011 nicht angeboten. Der Fokus lag aufgrund der hohen  Auslastung, bei vielen Hotels in der Steigerung der Rate. Darüber hinaus führten  zusätzliche Events, wie zum Beispiel das erste Heim-Champions League Spiel von Bayern ünchen gegen Manchester City, abermals zu einer stärkeren Nachfrage und somit zu  erhöhten Raten in einem Großteil der Hotels.

Fairmas: München gilt als renommierte Kongress- und  Geschäftsreisedestination. Eine ausgewogene Mischung aus kulturellem Angebot und die Nähe der Alpen, locken ebenfalls jährlich viele Besucher in die Stadt. Reichen diese Faktoren aus, um die Marktposition Münchens weiter auszubauen?

 R. Wünsche: Sicherlich sind die oben genannten Nachfragegeneratoren sehr wichtig für den Tourismus der Stadt München, reichen jedoch heutzutage bei weitem nicht mehr aus, um die bisherige Position verteidigen zu können. Die stetige Verbesserung der Verkehrsverbindungen, vor allem auch nach Osteuropa, und der teilweise recht beträchtliche Preisunterschied für das Gesamtpaket (An- und Abreise, Übernachtung, Veranstaltung, Entertainment) führen zu einem immer stärker werdenden Wettbewerb. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, muss sich München meiner Meinung nach noch stärker auf dem internationalen Markt (vor allem außerhalb Europas) präsentieren, um zu zeigen, dass München auch außerhalb des Oktoberfestes eine sehr interessante und lohnenswerte Destination ist. Häufig wird diese tolle Stadt leider nur auf diese wenigen Wochen im Jahr reduziert.

Fairmas: Blickt man nach Berlin, boomt dort der Markt der Budget Hotels und Hostels. Erwarten Sie einen ähnlichen Trend für München? Wie wird sich der Hotelmarkt Ihrer Meinung nach in den nächsten zwei Jahren entwickeln?

R.Wünsche: Ehrlich gesagt, sehe ich für München den Markt der Budget Hotels oder  Hostels in den nächsten Jahren nicht ganz so stark wie in Berlin wachsen. Nichtsdestotrotz denke ich, dass wir in den kommenden zwei Jahren einen stärkeren Anstieg im 3-4 Sterne Bereich sehen werden, da dieses Segment, eher als die 5 Sterne Hotellerie, sicherlich für Investoren die besten Renditemöglichkeiten bietet. Interessant in München ist die starke Konzentration der Hotels um den Hauptbahnhof, wo sich schon derzeit knapp 80% der Hotels befinden, so dass in Zukunft wohl eher eine größere Verteilung über die Stadt zu erwarten ist.

 
Download: Interview zum Oktoberfest 2011